Pressemitteilung:
Eiserner Rhein - Landtag beschließt mit großer Mehrheit A 52-Trasse als mögliche Lösung. Absage an Pläne der Bundesregierung zur Reaktivierung der historischen Trasse.
Der Landtag hat heute mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP und DIE LINKE sowie zwei Stimmen aus der CDU-Fraktion gefordert, die Planung für die Schienenverbindung zwischen dem Hafen Antwerpen und Mönchengladbach, den sog. Eisernen Rhein, entlang der A 52 voranzutreiben. Krefelds Landtagsabgeordneter sagte am Rande der Plenarsitzung:„Der Landtag hat heute einen einstimmigen Beschluss aus dem Jahre 2007 noch einmal unterstrichen. Auch für Krefeld ist dies eine wichtige Entscheidung. Schließlich wissen wir, wie wichtig, angesichts der immer stärker wachsenden Gütermengen aus den Überseehäfen, der Import von Waren über Schienen- und Wasserwege ins Binnenland ist.
Aus Krefelder Sicht darf es jedoch keinesfalls dazu kommen, dass eine Variante A 52 derart realisiert wird, dass im Bereich Viersen ein Abzweig auf die historische Trasse durch Krefeld erfolgt. Vielmehr muss der Ausbau der A 52-Trasse bis zur Hauptstrecke Köln-Duisburg entlang der A 57 erfolgen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Weiterführung der A 52-Trasse über Viersen hinaus Mehrkosten beinhaltet. Andererseits muss dem entgegengehalten werden, dass entlang der historischen Strecke durch Krefeld ca. 60.000 Menschen vom Lärm betroffen sind und entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zum einen nicht den nötigen Erfolg brächten, zum anderen auch mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden wären. Diesen Krefelder Standpunkt habe ich auch innerhalb der SPD-Landtagsfraktion vertreten und mich mit dem Vorsitzenden meiner Fraktion, Norbert Römer, abgestimmt.
Mein CDU-Kollege aus Krefeld, MdL Winfried Schittges, hat seine Aufgabe als Abgeordneter für Krefeld leider nicht wahrgenommen, und sich bei der Abstimmung enthalten. Dies wohl aus Rücksicht vor seinen Parteikollegen innerhalb der Bundesregierung. Dass Herr Schittges nicht für Krefeld Position bezieht, zwei andere Abgeordnete seiner Fraktion dies aber sehr wohl getan haben, indem sie dem Antrag zustimmten, ist bezeichnend für sein Verständnis vernünftiger Politik für Krefeld.“
Rot-Grün und FDP hatten einen entsprechenden Eilantrag in die Sitzung des Landtags eingebracht, weil sich ein Übereinkommen der Bundesregierung mit den Niederlanden und Belgien abzeichnet, das eine Realisierung dieser Güterverkehrsverbindung auf der historischen Trasse des Eisernen Rheins und damit mitten durch Krefeld vorsieht. Diese Trassenführung ist allerdings ökologischer und ökonomischer nicht durchsetzbar. Zudem sind die vom Bund prognostizierten Kosten deutlich zu niedrig angesetzt, so dass dieser Lösungsvorschlag letztlich finanziell nur mit Riesenaufwand realisierbar ist. Mit dem Landtagsbeschluss ist auch eine deutliche Kritik an der Bundesregierung verbunden, die Entscheidung in Gesprächen mit Belgien und den Niederlanden ohne Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen treffen zu wollen. „Wenn bei einer solchen Entscheidung die Menschen Nordrhein-Westfalens, insbesondere die Anwohner der Strecke, betroffen sind, so ist es für uns selbstverständlich, dass auch die zuständige Landesregierung und der Landtag an der Entscheidung beteiligt werden“, sagte der SPD-Politiker abschließend.

