Pressemitteilung:

  • 24. Oktober 2011

Krefelder Selbsthilfegruppe für Aphasiker zu Besuch im Landtag. „Wir sind sprachlos – aber nicht hilflos“


Krefelds Landtagsabgeordneter Uli Hahnen begrüßte vergangene Woche 40 Mitglieder der Krefelder Selbsthilfegruppe für Aphasiker im Düsseldorfer Landtag. Die Besucher erhielten einen Einblick in die Arbeitsabläufe des Düsseldorfer Parlaments und konnten die Plenarsitzung, in der an diesem Tag die Änderung des Schulgesetzes debattiert und verabschiedet wurde, verfolgen.

Im Gespräch mit Uli Hahnen erkundigte sich dieser zunächst über Arbeit und Ziele der Selbsthilfegruppe. Die Vorsitzende, Frau Ria Dorsemagen, erklärte, dass Aphasie eine erworbene Sprachstörung sei, die nach einer Hirnschädigung auftreten könne (meist durch Schlaganfall) und ´Verlust der Sprache´ bedeute. „Aphasiker können oft nicht sprechen und verstehen Gesprochenes schlecht. Sie verlieren mitunter ihre Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen und können an einer Störung der Bewegungsplanung leiden. Trotz der Sprachschwierigkeit ist die Denkfähigkeit nicht beeinträchtigt. Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 80.000 Menschen neu an Aphasie. Unsere Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die häufig unbekannte Erkrankung aufzuklären und den Betroffenen und den Angehörigen als Ansprechpartner zur Seite zu stehen, damit diese erlernen, mit der Erkrankung umzugehen. Darüber hinaus bieten wir Hilfestellungen bei der Rehabilitation und gemeinsame kulturelle und gesellige Unternehmungen an“, sagte die Vorsitzende der Krefelder Selbsthilfegruppe, Ria Dorsemagen.

„Ich bin betroffen über die mir bislang unbekannte Erkrankung, zugleich aber beeindruckt über ihre Arbeit als Selbsthilfegruppe“, sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit seinen Gästen und fragte weiter, ob Politik an irgendeiner Stelle Hilfestellung leisten könne. Auf diese Frage hin wurden Verbesserungsvorschläge für das Krefelder Stadtbild genannt, so zum Beispiel zu hohe Bürgersteige und zu kurze Grünphasen an Ampelanlagen. Natürlich sei aber auch nachvollziehbar, so eine Besucherin im Gespräch, dass die Stadt nicht alles behindertengerecht umbauen könne. Hahnen entgegnete, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben und das Erkennen von Barrieren für eine solche Teilhabe seitens der Stadt aktiv angegangen werden müsse. „Das Ziel ist eine inklusive Stadt, zu dessen Realisierung die SPD Krefeld im vergangenen Monat einen Beschluss gefasst hat. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, muss aber unsere langfristige Zielsetzung sein“, sagte der SPD-Politiker abschließend.